Felix Kopinski

Schon 2014 stand die alternative Karnevalsparty auf dem Frankenbadplatz in der Bonner Altstadt auf der Kippe. Bereits vor Veranstaltungsbeginn der Party und während der Rosenmontagszug noch durch die unmittelbare Nachbarschaft lärmte, bezog Polizei und Ordnungsamt in Mannschaftsstärke auf dem Frankenbadplatz Stellung. Während die einen ihre Lärmmessgeräte in Position brachten, durchsuchten die anderen wahllos Jugendliche nach Drogen und kontrollierten Ausweise.

Mit Verweis auf die Klageandrohung von angeblich einem Dutzend Anwohnern wurde die alternative Karnevalsparty in diesem Jahr von der Stadt verboten. Man begründet dies mit „Jugendlichen, die in Hauseingänge urinieren“, zudem hätten die Veranstalter das Werfen von Flaschen nicht unterbinden können, sich nicht an den Zeitrahmen gehalten. Außerdem seien die Rettungswege nicht frei gehalten worden.

Da aber von den Veranstaltern keine Flaschen verkauft oder ausgegeben wurden, die Party vor ihrem offiziellen Ende abgebrochen wurde und der Frankenbadplatz für Rettungskräfte von allen Seiten frei zugänglich war, müssen diese Behauptungen als bloßer Vorwand, bzw. als plumpe Lüge
betrachtet werden.

„Seit Jahren werden die Veranstalter der alternativen Karnevalsparty auf dem Frankenbadplatz von Stadt und Verwaltung behindert und drangsaliert. Die Diskussion über Lärmbeschwerden in Bonn verkommt immer mehr zur Posse um Veranstaltungen, die der Stadt nicht genehm zu sein scheinen. Anders ist nicht zu erklären, warum man die Veranstaltung mit Verweis auf einen Lärmpegel verbietet, der in sämtlichen Nebenstraßen locker gerissen wird. Wir Piraten müssen es wissen, denn wir waren im vergangenen Jahr mit eigenen Messgeräten vor Ort.“, erklärt Felix Kopinski, Stadtverordneter der Bonner Piraten.

Kopinski weiter: „Die zulässigen Grenzwerte auf dem Frankenbadplatz betrugen 65 Dezibel, aber der Umgebungslärm betrug schon bis zu 72 Dezibel. Die Veranstaltung selbst war also leiser als ihr Umfeld. Im Gegenzug brachte es die Würstchenbude an Adolfstraße/Dorotheenstraße auf 78 Dezibel und vor dem Pawlow legte eine Gruppe von Trommlern die Lärmmesslatte auf stolze 96 Dezibel. Während es rund um die überfüllten
Altstadtkneipen wie auf einem Schlachtfeld aussah, waren die Veranstalter auf dem Frankenbadplatz längst mit den letzten Aufräumarbeiten beschäftigt.

Wenn Partys an Rosenmontag kein Brauchtum sind, dann müsste an solchen Tagen die komplette Altstadt gesperrt werden.“


Urheber Foto Altstadtkarnevalszug: Daniel Zimmel / Lizenz: CC-BY-SA

Wenn Partys an Rosenmontag kein Brauchtum sind, dann müsste die komplette Altstadt gesperrt werden
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