Wir Piraten unterstützen die Bürgerinitiative „Bonner Bürger wehren sich“. Ziel der Initiative ist es laut Initiator und Sprecher Rainer Wolff, „das Sparen zu Lasten der breiten Bevölkerungsmehrheit und zum Vorteil einer einflussreichen Minderheit“ zu beenden. Die Bonner Piraten begrüßen die Gründung dieser von bürgerlichen Schichten getragenen Initiative ausdrücklich und signalisieren Unterstützung.

Sowohl Kulturpolitik als auch Sportpolitik müssen sich wesentlich stärker als bisher an den Wünschen und Bedürfnissen der Bevölkerung orientieren. Bereits 2012 forderten die Bonner Piraten einen Ratsbürgerentscheid zur Zukunft der Bonner Oper. Ein Großteil des Kulturbudgets wird in Bonn für die Oper ausgegeben, während die Bonner Bürger in Umfragen einen deutliches Überangebot an klassischer Musik sehen. Die Kulturpolitik orientiert sich stärker an den Wünschen der Subventionsempfänger, als an den Bürgern, die das Spektakel mit ihren Steuergeldern finanzieren müssen.

Felix Kopinski

Dazu erklärt Felix Kopinski, kulturpolitischer Sprecher und Stadtverordneter der Bonner Piraten: „Von mir aus kann jeder Stadtteil Bonns eine eigene Oper betreiben – das gibt es aber wohl nur im Wunderland, irgendwann dann, wenn wir im Geld schwimmen. Aber angesichts von Nothaushalt und Kürzungswelle ist es nicht zu vertreten, einen Großteil des Kulturbudgets zur Bespaßung von maximal ein bis zwei Prozent der Gesamtbevölkerung auszugeben. Das Opernpublikum war noch nie so alt wie heute. Seit der Erfindung der Langspielplatte wählen die Konsumenten die Musik, die sie hören wollen und nicht die Musik, die angeboten wird. Und schon gar nicht die, bei der es um das Sehen-und-Gesehen-werden im Opernfoyer geht.“

Bundestagspräsident Lammert hat bereits 2013 die Unfähigkeit und Unwilligkeit der Subventionsempfänger zum Sparen unfreiwillig treffend auf den Punkt gebracht. Die gewachsenen Subventionsstrukturen müssten, so Lammert, mit Klauen und Zähnen verteidigt werden.

Kopinski weiter: „Mittlerweile wäre es besser für den Bonner Haushalt, das Bonner Opernpublikum nach Wien, Mailand oder Madrid in die Oper zu fliegen, als das marode Bonner Opernhaus weiter zu finanzieren. Selbst zu einer engeren Zusammenarbeit mit der Kölner Oper oder gar einer Fusion ist man nicht bereit. Weil es längst nicht mehr um Kultur, sondern nur um Subventionen geht.“

In Deutschland gibt es mehr Opernhäuser als auf dem ganzen Rest des Planeten. Es geht längst nicht mehr um Kultur, sondern um einen Subventionskuchen von über 22 Milliarden Euro, der jährlich in Deutschland verteilt wird. Ob die Bürger diese Hochsubventionskultur überhaupt noch wollen, interessiert dabei niemanden.

„Weil es längst nicht mehr um Kultur, sondern nur noch um Subventionen geht.“
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