© metropolico.org (CC BY-SA 2.0)
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Gemäß EU-Aufnahmerichtlinie (2013/33/EU) gibt es Menschen mit erhöhtem Schutzbedarf. Hierunter fallen unter anderem Minderjährige, unbegleitete Minderjährige, Menschen mit Behinderung, Schwangere und Menschen die Folter, Vergewaltigung oder sonstige Formen psychischer, physischer oder sexueller Gewalt erlebt haben. Diese sollen identifiziert und anschließend angemessen versorgt werden. Die Bonner Piraten möchten wissen, ob diese besonders schutzbedürftigen Personen ausreichenden Zugang zu dringend benötigten Behandlungsdienstleistungen haben.

Dazu erklärt Felix Kopinski, Stadtverordneter der Bonner Piraten im Rat: „Die Flüchtlinge mussten aus ihrem Heimatland fliehen und haben häufig auf der Flucht noch viel weiteres Leid erlebt. Manche sind mehr, manche weniger traumatisiert. Die Frage ist, wie wir als Stadt sicherstellen, dass die Menschen angemessen versorgt werden.“ Deshalb haben die Piraten eine kleine Anfrage zur Thematik gestellt und wollen unter anderem wissen, ob ankommende Flüchtlinge nach besonderer Schutzbedürftigkeit untersucht werden und welche fachliche Eignung das Personal besitzt, das diese Untersuchung vornimmt. „Es hört doch nicht bei Wohnen und Essen auf. Wir brauchen eine ganze Menge geschultes Personal, beispielsweise Psychologen, Sozialpädagogen und Sozialarbeiter, die die Flüchtlinge betreuen können. Wir möchten wissen, ob dies in Bonn schon passiert und ob wir genügend Fachpersonal haben.“, so Kopinski weiter. Die Piraten bezweifeln das dies der Fall ist und fordern daher, dringend mehr Personal in diesen Bereichen einzusetzen.

Kopinski spricht sich auch klar für die Ehrenamtler aus: “Im Moment laufen sehr viele Freizeitaktivitäten über Ehrenamtler – und die Stadt kann froh über jeden Einzelnen sein, denn sie machen einen großartigen, absolut anzuerkennenden Job. Aber auch Ehrenamtler können nicht alles leisten. Mit dieser Problematik muss sich die Stadt auseinandersetzten.“

Die Bonner Piraten möchten auf die Lage der besonders schutzbedürftigen Flüchtlinge aufmerksam machen und fordern mehr geschultes Personal zur Betreuung hilfsbedürftiger Flüchtlinge.

https://www2.bonn.de/bo_ris/daten/o/pdf/16/1611117.pdf

Update: Die Antwort der Verwaltung hat ergeben, dass die EU-Aufnahmerichtlinie bislang noch nicht in deutsches Recht umgesetzt wurde. Leider liegen bislang noch keine konkreten Zahlen dazu vor, wie viele schutzbedürftige Flüchtlinge in entsprechenden Einrichtungen untergebracht worden sind. Die Stadt versichert jedoch, dass alle notwendigen Maßnahmen getroffen werden, um den Schutzbedarf von neuankommenden Flüchtlingen zu erkennen und sie über die entsprechenden Beratungsangebote zu informieren. Da sich ein Sozialarbeiter um bis zu 200 Flüchtlinge kümmern muss, sollten zusätzliche Stellen geschaffen werden, um die Flüchtlinge adäquat betreuen zu können.

https://www2.bonn.de/bo_ris/daten/o/pdf/16/1611117ST2.pdf

Umsetzung der EU-Aufnahmerichtlinien – Piraten fordern mehr Personal für schutzbedürftige Menschen
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