Die aktuelle Diskussion um den Sichtschutz für das Frauenschwimmen in Bonner Schwimm-bädern stößt bei den Sozialliberalen auf Unverständnis. Verschiedene Protagonisten aus der Bonner Kommunalpolitik hatten sich in den vergangenen Tagen kritisch gegenüber dem Vor-schlag geäußert, mittels Sichtschutz einen temporär separaten Schwimmbereich – nur für Frauen – im neu entstehenden Zentralbad zu ermöglichen.

„Meine Frau ist zum Beispiel in einem Fitnessclub für Frauen und das ist auch gut so, wenn sie das möchte. Sportangebote, nur für Frauen, haben schon immer ihre Daseinsberechti-gung gehabt, nicht nur wegen verschiedener Notwendigkeiten aus Mannschafts– und Wett-kampfsport. Warum also sollten Frauen in Bonn, wenn sie unter sich einige Bahnen schwimmen wollen, kein Angebot dafür zur Verfügung gestellt bekommen? Was in Fitness-clubs völlig normal ist, sollte doch auch für andere, zumal öffentliche Sportstätten gelten können. In Asien sind zum Beispiel auch Zugabteile, nur für Frauen, an der Tagesordnung“, erklärt dazu Felix Kopinski, Fraktionsvorsitzender der Sozialliberalen.

„Warum diese geschlechtsspezifische Problematik in der aktuellen Diskussion mit religiösen Glaubensbekenntnissen verknüpft wird, ist nach unserer Auffassung in der Eröffnung eines Nebenkriegsschauplatzes begründet“, so Sebastian Kelm, stellvertretender Fraktionsvorsit-zender der Sozialliberalen. „Dabei gibt es angesichts maroder Turnhallen und Umkleidekabi-nen in der Bonner Sportpolitik weitaus wichtigere Aufgaben, die endlich angepackt werden müssen“, so Kelm weiter.

Scheindebatte über Frauenschwimmen stößt bei Sozialliberalen auf Unverständnis