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Die Stadt investiert jedes Jahr erhebliche Beträge in die Pflege der Marke Beethoven, um über den Namen des berühmten Komponisten die ehemalige Bundeshauptstadt in der Welt bekannter zu machen. Ob durch die eingesetzten Mittel tatsächlich ein messbarer Werbeeffekt erzielt wird, wurde bislang offenbar noch nicht untersucht. Dies müsste beispielsweise anhand einer Werbewirksamkeitsanalyse geschehen. Um die Kosten und die Nutzen vergleichen zu können, haben die Sozialliberalen bereits vor einem Jahr bei der Verwaltung um Auskunft geben, welche Beträge in der Vergangenheit in das Beethoven-Marketing investiert wurden. Da uns damals die Frage mit Verweis auf das hohe Arbeitsaufkommen nicht beantwortet werden konnte, reichen wir die Anfrage nun erneut ein.

„Seit Jahrzehnten investiert die Stadt erhebliche Beträge in die Vermarktung des Namen Beethoven, ohne das eine Kosten-Nutzen-Rechnung der durchführten Maßnahmen stattgefunden hat“, so Felix Kopinski, Fraktionsvorsitzender der Sozialliberalen. „Auf unsere Anfrage aus dem vergangenen Jahr konnte uns die Verwaltung mit Verweis auf den hohen Arbeitsaufwand bei der Recherche nicht einmal konkrete Zahlen nennen, welche Beträge in die einzelnen Maßnahmen zur Vermarktung des Namen Beethoven fließen. Daher stellen wir die Anfrage erneut, um in Zukunft mit belastbaren Zahlen eine Werbewirksamkeitanalyse durchführen zu können“, so Kopinski weiter.

Der Name Beethoven ist in Bonn allgegenwärtig. Die Beethoven-Halle, das Beethoven-Orchester, das Beethoven-Haus oder die Beethovenstiftung sind nur einige der Einrichtungen, die den Namen des berühmten Komponisten tragen. Das Stadtmarketing verkauft Beethoven nicht nur als bekanntesten Sohn der Stadt, sondern es ist sogar ein „Geschenk der Geschichte“, dass der Musiker am Rhein aufgewachsen ist, bevor er nach Wien ging. In der Hoffnung Bonn mit Hilfe des Namens Beethoven in Deutschland und der Welt bekannter zu machen und zahlungskräftige Touristen nach Bonn zu locken, wurden seitens der Stadt in den vergangenen Jahrzehnten erhebliche Beträge investiert. Allein in 2017 werden Mittel von

– 8,77 Mio. Euro für das Beethoven Orchester
– 7,58 Mio. Euro für die Beethovenhalle
– 2,41 Mio. Euro für die Pflege der Marke Beethoven (unter anderem 1,6 Mio. Euro für die Beethovenfeste GmbH, 305.000 Euro für das Beethovenhaus und 13.000 Euro für die Beethovenstiftung)
– 759.000 Euro für das Beethoven-Jubiläum 2020

im städtischen Haushalt bereitgestellt, ohne die einige dieser Einrichtungen wirtschaftlich nicht überlebensfähig wären.

Angesichts der eingesetzten finanziellen und personellen Mittel für die Pflege der Marke Beethoven, die sich über die Jahre auf etliche Millionen belaufen dürften, stellt sich nun die Frage, ob tatsächlich ein messbarer Werbeeffekt erzielt wurde. Offensichtlich wurde die Wirkung der Maßnahmen bislang nicht durch eine Werbewirksamkeitsanalyse oder eine Kosten-Nutzen-Rechnung überprüft. Damit sich Kritiker ein eigenes Bild machen zu können, haben wir bereits im vergangenen Jahr bei der Verwaltung erkundigt, welche finanziellen Mittel seit Beginn des Beethoven-Marketings investiert wurden. Leider konnte unsere Anfrage von der Verwaltung mit Verweis auf den hohen Arbeitsaufwand bei der Recherche in den Archiven nicht beantwortet werden. Daher reichen wir unsere Anfrage nun erneut ein, dieses Mal fragen wir jedoch lediglich nach den Ausgaben seit 1995. Im Zusammenhang mit dem Thema Bonn und Beethoven möchten wir auf unsere repräsentative Bonn-Umfrage verweisen, laut derer nur 3% der Deutschen Beethoven mit Bonn assoziieren. Dieses Ergebnis zeigt bereits, dass es dringend notwendig ist, das Beethoven-Marketing mal genauer unter die Lupe zu nehmen.

http://www2.bonn.de/bo_ris/daten/o/pdf/17/1710650.pdf

Kosten für Beethoven-Pflege – Die Sozialliberalen bitten Verwaltung um Auskunft