© Dustpuppy72 (CC BY-NC-ND 2.0)
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Das Meßdorfer Feld ist ein beliebtes Naherholungsgebiet und als eine der größten Freiflächen eine wichtige Frischluftschneise für Bonn. Trotz der wichtigen ökologischen Bedeutung gab es in den vergangenen Jahren immer wieder Überlegungen, Teile des Meßdorfer Feldes als Bauland auszuweisen. Obwohl die Jamaica-Koaltion mögliche Bebauungspläne bis zum Ende der laufenden Legislaturperiode eigentlich auf Eis legen wollte, steht das Thema nun erneut auf der Agenda. Die Piraten lehnen eine weitere Bebauung des Meßdorfer Feldes ab und fordern alle Parteien dazu auf, eine dauerhafte Lösung zum Erhalt zu finden.

Das Gelände an der ehemaligen Stadtgärtnerei ‚Auf dem Dransdorfer Berg‘ sowie der zweite Bauabschnitt ‚Am Bruch‘ in Lessenich dürfen nicht bebaut werden, da das Meßdorfer Feld als Frischluftschneise, Landschaftsschutzgebiet, städtisches Naherholungsgebiet sowie landwirtschaftliche Nutzfläche für die Stadt Bonn sowie für die Stadtteile Dransdorf, Lessenich und Meßdorf unersetzlich ist“, so Jens Heitmann, Sprecher der Piraten für Bürgerbeteiligung und Lokale Agenda.

Das Meßdorfer Feld ist ein beliebtes Naherholungsgebiet für viele Bonnerinnen und Bonner, die in den angrenzenden Stadtteilen Endenich, Duisdorf, Lessenich und Meßdorf leben. Darüber hinaus ist das Meßdorfer Feld als eine der größten Freiflächen auf dem Bonner Stadtgebiet von herausragender Bedeutung für das örtliche Ökosystem. Trotz der Ankündigung in 2005 das Meßdorfer Feld aufgrund seiner ökologischen Bedeutung zu erhalten, genehmigte der Stadtrat mit Hilfe der Stimmen von CDU, FDP und BBB die Bebauung des ersten Teilabschnitts „Am Bruch“, obwohl der Beschluss von der Bezirksvertretung Hardtberg sowie dem Landschaftsbeirat abgelehnt wurde. Zudem wurde vereinbart, dass der restliche Teil des Meßdorfer Feldes erhalten werden und auf eine Bebauung des zweiten Teilabschnitts „Am Bruch“ verzichtet werden soll. Um den zweiten Teilabschnitt zu erschließen wäre der Bau einer Straße durch das Meßdorfer Feld erforderlich, worauf jedoch mit Blick auf die ökologischen Folgen verzichtet wurde.

Das Thema Meßdorfer Feld kam erneut nach den Kommunalwahlen 2014 auf die Agenda, als CDU, FDP und Grüne ihren Koalitionsvertrag aushandelten. Die CDU setzte sich damals dafür ein, dass auch der zweite Teilabschnitt „Am Bruch“ bebaut wird und zudem die „Alte Stadtgärtnerei“ abgerissen wird, um Platz für Wohnhäuser zu schaffen. Beide Vorhaben wurden von den Grünen vor der Wahl noch abgelehnt. Letztendlich einigte sich das schwarz-grün-gelbe Bündnis darauf, dass zumindest in dieser Legislaturperiode auf eine Realisierung des zweiten Teilabschnitts verzichtet wird, an der Stelle der „Alten Stadtgärtnerei“ jedoch neue Wohneinheiten entstehen sollen.

Obwohl die Angelegenheit gemäß Koalitionsvertrag eigentlich bis nach der nächsten Kommunalwahl 2020 auf Eis liegen müsste, steht die Frage nach der Zukunft des Meßdorfer Feldes nun erneut auf der Agenda. Die Christdemokraten in der Bezirksvertretung Hardtberg fragten kürzlich die Verwaltung, mit welchem Zeitraum bis zum Baubeginn (des zweiten Teilabschnitts) zu rechnen sei, wenn die Bebauung jetzt beschlossen werde. Das letzte Wort zwischen den Koalitionären scheint in dieser Frage offensichtlich noch nicht gesprochen zu sein.

Um den Plänen zu einer weiteren Bebauung des Meßdorfer Feldes entgegen zu wirken, hat die SPD-Fraktion unter dem Titel „Meßdorfer Feld erhalten“ am Samstag, den 25. Juni 2016 um 11 Uhr alle Interessierten zur Begehung des Meßdorfer Feldes eingeladen. Bereits über zehn Jahre kämpft die „Bürgerinitiative für die Erhaltung des Meßdorfer Feldes“ für den Erhalt des Naherholungsgebiet. Nachdem der größte Teil des Meßdorfer Feldes bereits vor einigen Jahren in den „Landschaftsplan Kottenforst“ aufgenommen wurde, hatte die Initiative zuletzt angeregt, den zweiten Teilabschnitt ebenfalls als Naturschutzgebiet zu deklarieren, damit eine weitere Bebauung des Meßdorfer Feldes ein für alle Mal ausgeschlossen ist.

Keine weitere Bebauung des Meßdorfer Feldes – Piraten fordern dauerhaften Erhalt

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