Wir Kommunalpiraten Bonn haben nun einen Antrag für den Sozialausschuss vorgelegt, in dem wir die Verwaltung auffordern, die Einrichtung einer Cannabisabgabestelle für Bonn zu prüfen. Unserer Initiative schlossen sich die Grünen und die Linken an, weitere zeigen sich offen und wollen mal die Debatte abwarten. Ein Änderungsantrag korrigiert einen Fehler, der uns allen leider durchgerutscht ist, obwohl wir am Ende einig waren – das Mindestalter für die Abgabe des Cannabis, es soll ab der Volljährigkeit zu haben sein und nicht erst ab 21. Am 14. April werden die Cannabisabgabestelle-Modellprojekt-Anträge im Sozialausschuss befasst.

Von vielen als Vorbild angeführt für ein solches Modellprojekt wird der Görlitzer Park in Berlin-Kreuzberg. Man muss aber nicht so weit nach Osten schauen, um gute und schlechte Vorbilder für den Bonner Antrag zu finden. Schon im letzten Jahr beschloss der Ortsbeirat im Frankfurter Bahnhofsviertel, dass dort eine Cannabisabgabestelle eingerichtet werden soll. In Frankfurt geht die Diskussion weiter, auch aufgenommen durch die dortige Gesundheitsdezernentin Rosemarie Heilig. Wir Bonner können viel von Frankfurt lernen und begrüßen es, sollte sich unsere Verwaltung mit Frankfurt austauschen.

Natürlich ist klar: Bonn hat auch andere Probleme, beispielsweise das WCCB, das stündlich teurer wird. Und was, wenn die aktuell laufenden ernsthaften Haushaltsdebatten durch eine Cannabis-Debatte zugedeckt werden? Wird Jamaika dann plötzlich einen harten Sparkurs durchziehen und am Ende stehen wir, nur weil die Piraten einen Vorstoß zu Cannabis gemacht haben, ohne Bibliotheken da?

Es könnte sein. Der Cannabis-Antrag. obgleich nur ein kleiner Prüfauftrag für den Sozialausschuss, regt die Leute auf. Lange war das Thema beim General Anzeiger das meistgelesene. Die Leserkommentare sind übrigens erstaunlich sachlich und wohlmeinenend.

Enttäuschen wir das Vertrauen dieser Leute, indem wir einen Coffeeshop für Bonn versprechen, obwohl doch jeder wissen muss, dass es einen solchen vermutlich nicht mit einer Ausnahmegenehmigung nach §3 geben wird, sondern nur mit einer Änderung des Betäubungsmittelgesetzes?

Es könnte sein. Zwar sehen die Leserkommentare klug und die Situation korrekt überblickend aus, aber wer weiß das schon.

Am 14. April ist das Thema im Sozialausschuss. Schon jetzt haben viele Zeitungen über die Initiative berichtet. Wir werden in den nächsten Tagen dran bleiben und hier eine kleine Reihe zum Thema machen. Bitte beteiligt euch in den Kommentaren, damit wir noch besser wissen, welche Aspekte ihr auch noch beleuchtet sehen wollt.

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Beitragsbild „Weeds“: Thomas Hawk / CC-BY-NC

Ist Kiffen wirklich das Thema, das Bonn bewegt und voranbringt?
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