Der EXPRESS berichtet, dass die Ermekeilkaserne angeblich doch geeignet sein soll, damit Flüchtlinge in ihr wohnen können. Wir haben die Verwaltung schon im vergangenen Jahr gefragt, ob es Alternativen zur Unterbringung von Flüchtlingen in Zweier-Containern gibt.

Hintergrund unserer Anfrage war der Gedanke, dass es nicht besonders schön ist, zu zweit in Containern zu wohnen. Wir wissen zwar, dass dies mancherorts die bessere Lösung ist. Dennoch vermuten wir, dass die Verwaltung nicht alle Möglichkeiten ausgeschöpft hat, um den Flüchtlingen, die in unsere Stadt kommen, ein schönes Wohnen zu ermöglichen. Wir fürchten, dass das Städtische Gebäudemanagement SGB zurzeit nicht sehr effizient organisiert ist und fordern deswegen wie die LINKE, dass dieses in die städtische Verwaltung zurückgeführt wird.

Außerdem haben wir uns gefragt – so wie der Express – ob die Unterbringung in Containern wirklich eine preisgünstige ist. Wir haben einen Quadratmeterpreis von über 10 Euro errechnet und finden, dass dies für eine Zwischenlösung sehr viel klingt. Anfragen bei der Stadt zu diesem Sachverhalt brachten hervor, dass in Bonn kein Wohnraum vorhanden sei und dass aus diesem Grunde eine Containerunterbringung alternativlos sei.

Wir wissen nicht, was die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) für Interessen hat. Möglicherweise war ihr Ziel bislang, dass das Gebäude für Luxuswohnen umgebaut wird. Dass sie jetzt den Eindruck erweckt, sie habe das Gebäude der Stadt vehement angeboten, ohne dass die Stadt zugeschlagen habe, ist verständlich. Wir wissen aber nicht, was wirklich gelaufen ist, nehmen aber an, dass alles nicht so einfach ist, wie im EXPRESS dargestellt. Aus unserer Sicht soll die Ermekeilkaserne für die Öffentlichkeit zugänglich bleiben, wenn es möglich ist, sollen hier Flüchtlinge wohnen können. Langfristig soll das Gebäude im Sinne der Offenheit und der sozialen Vielfalt genutzt werden. Wir sind gegen eine weitere Gentrifizierung der Südstadt.

Wir setzen uns gemeinsam mit Künstlern und den Initiativen dafür ein, dass die Ermekeilkaserne ein Ort des Miteinanders bleibt und dass, wenn die Flüchtlinge in die Südstadt kommen, hier ein Ort des Voneinander-Lernens entsteht.

Vorerst wollen wir wissen, was da eigentlich Sache ist. Wir hoffen, in den kommenden Tagen von den Medien und der Verwaltung aufgeklärt zu werden, ob sich in dem eigentlich als marode geltenden Gebäude doch Menschen unterbringen lassen, und zwar zu menschenwürdigen Bedingungen. Ob das möglich ist, wissen wir nicht. Bislang gingen wir davon aus, dass die Bedingungen vor Ort – zum Beispiel die sanitären – nicht für das Wohnen geeignet sind.

Nachforschungen im Zuge des EXPRESS-Berichts lassen uns nun aber doch an dieser Darstellung zweifeln.


Ermekeilkaserne: Lunabonn / GFDL

Gedanken zur Ermekeilkaserne
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