In einem Rundbrief an alle Vorsitzenden der Bonner Sportvereine ruft der Vorsitzende des Bonner Stadtsportbundes dazu auf, Unwahrheiten zu verbreiten. Es wird behauptet: Sollte der Bürgerentscheid um die Sanierung des Kurfürstenbades erfolgreich sein, müsse die Planung und der Bau des geplanten Zentralbades in Dottendorf gestoppt werden.

Der Vorsitzende Michael Scharf schreibt: „Die Planungen für das neue Sport- und Familienbad in Dottendorf und die bereits beschlossenen Planungen für die Sanierung des Hardtbergbades müssten gestoppt werden. Die Beueler Bütt und nicht zuletzt die Freibäder in Bonn würden im Zuge der Diskussionen ebenfalls wieder auf dem Prüfstein stehen.“

Stünden das geplante Zentralbad und die Sanierung des Kurfürstenbades tatsächlich in einem direkten Zusammenhang, müssten die laufenden Planungen und Marketing-Maßnahmen der SWB zum Zentralbad längst gestoppt sein. So sieht es der Gesetzgeber im Falle eines Bürgerentscheids vor. Es dürfen keine Tatsachen geschaffen werden, ehe der Bürger im Bürgerbeteiligungsverfahren entschieden hat. Tatsächlich gehen aber die Aktivitäten der Stadtwerke seit der Entscheidung des Stadtrates, dem Bürgerbegehren zur Sanierung des Kurfürstenbades nicht zu entsprechen, ungebremst weiter. Zuletzt verteilten die Mitarbeiter der Stadtwerke auf dem Rosenmontagszug Jutebeutel mit Aufdrucken des Logos „Unser neues Schwimmbad“. Unter dieser Marke werben die Stadtwerke für das geplante Zentralbad in Dottendorf.

„Herr Scharf lügt, wenn er bewusst Unwahrheiten verbreitet. Hier versucht ein Funktionär, der selber nicht einmal in Bonn lebt, die Bonner Stadtteile in einer Neiddebatte gegeneinander auszuspielen. Die Bonner Sportler wären gut beraten, sich einen seriösen Vorstand zu wählen, dem das Wohl der Stadt Bonn am Herzen liegt“, erklärt dazu Felix Kopinski, Fraktionsvorsitzender der Sozialliberalen im Rat der Stadt Bonn.

Tatsächlich ist die Gestaltung der Bonner Bäderlandschaft eine Frage des Geldes. Während allerdings für den Betrieb der Oper und die Sanierung der Beethovenhalle Millionenbeträge im dreistelligen Bereich zur Verfügung gestellt werden, ließ man die Bonner Bäder in den letzten Jahren immer weiter verkommen. Es ist also lediglich den Prioritäten in der Mittelverwendung geschuldet, sollte die Gelder nicht für ein Zentralbad und ein saniertes Kurfürstenbad reichen. Diese Problematik anzusprechen, scheut der SSB-Vorsitzende allerdings, wie der Teufel das Weihwasser.

Der Vorsitzende des SSB lügt, wenn er bewusst die Unwahrheit sagt