Gestern Abend wurde im Bürgerausschuss das neue Portal für Bürgerbeteiligung der Stadt Bonn vorgestellt. Umgesetzt wird das Ganze mal wieder von der schon altbekannten Agentur Zebralog – die auch schon die Vorgänger umgesetzt hatte.

Das Portal soll primär der Beteiligung der Bürger über den neuen Sparhaushalt kanalisieren und entsprechende Beteiligungsmöglichkeiten öffnen. Bedauerlich war, dass zu dem Zeitpunkt der Präsentation keine Presse mehr anwesend war, um darüber zu berichten.

Für Technikfreaks

Für unsere Technikfreaks hier die Antworten auf einige Fragen (für das Stellen dieser Fragen musste ich mich von der CDU dann auch noch anranzen lassen…).

  1. Das gesamte Portal wird zwangsverschlüsselt via Aufruf https://
  2. Als System wird Drupal genutzt, wozu dann die benötigten Erweiterungen programmiert werden.
  3. Teile der Neuprogrammierungen werden als OpenSource unter der GPL von Zebralog veröffentlicht
  4. Andere, wesentliche Teile, verbleiben bei der Stadt Bonn (hier werden wir versuchen, per Antrag darauf zu drängen, alle Teile gemäß Lizenz zu veröffentlichen)
  5. Es wird eine OpenData Schnittstelle geben, mit der alle (nicht Personen) Daten abgegriffen werden können, eine POST Schnittstelle ist zwar angedacht, aber die Realisierung ist soweit noch offen.
  6. Responsive Umsetzung ist geplant, also auch Smartphone-tauglich
  7. Barriefreiheit soll ebenfalls erreicht werden, aber aufgrund der kurzen Zeit ist der genaue Level fraglich
  8. Die Hauptfarben sind Rot (Magenta) / Grün – wobei ich angemerkt hatte, dass genau das zu visuellen Problemen aufgrund Rot/Grün Blindheit führen kann.

Generell stellte sich mir das System als relativ komplex dar, das ist aber sicherlich auch der Thematik geschuldet. Laut Aussagen der Verwaltung soll es aber einfacher sein als das 2011er Portal, was ja damals sehr gut angenommen wurde.

Prozedere

Die Verwaltung will bis zum Start am 14.11.2014 25 Sparvorschläge sammeln und diese zur Diskussion stellen. Diese 25 sollen die Vorschläge sein, die die Bürger am meisten bewegen.

Die Bürger sollen dann eigene Sparvorschläge einreichen können, wovon die 25 am höchsten bewerteten dann zurück an die Politik gehen sollen. Wie genau hier dann die Verwertung erfolgen soll, ist jedoch noch offen. Wenn man an 2011 denkt – damals nahm die Politik die Vorschläge zur Kenntnis und hat daraus nichts gemacht – läßt schlimmes befürchten.

Ausblick

Das Portal soll neben der Haushaltsdiskussion noch einen Bereich „Frag die Verwaltung“ bekommen, wo Fragen öffentlich gestellt und beantwortet und hoffentlich auch diskutiert werden können.

Fazit

Das neue Portal ist sicherlich ein Baustein in Sachen Bürgerbeteiligung und läßt auch von der Technik her hoffen, dass jetzt eine gute und langfristig tragbare Lösung gefunden wurde. Stehen und Fallen wird das Ganze dann damit, was mit den Ideen und Vorschlägen der Bürger nach dem Abschluss der Diskussion passiert.

Ich kann nur alle aufrufen, sich ab dem Start des neuen Portals zu beteiligen, um die Probe aufs Exempel zu machen, wie und ob so etwas tatsächlich etwas bringen kann!

Wir als Piraten werden jedenfalls alles daran setzen, dass dieser Input der Bürger nicht verloren gehen wird.

Hier gehts zur Seite: http://www.bonn-packts-an.de (derzeit noch ohne SSL | Stand 23.10.2014)

Bonn packts (schon wieder) an
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