In Kindertagesstätten erhalten Kinder eine optimale Betreuung von qualifiziertem Personal, das die Stärken der nächsten Generation fördert und die Defizite beseitigt. Darüber hinaus sorgen die Betreuungsangebote für eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Kita-Gebühren sind für viele Familien ein erheblicher Kostenfaktor. Um die Familien zu entlasten, fordern die Sozialliberalen, in den letzten drei Jahren vor der Einschulung keine Kita-Gebühren zu erheben.

„Vielen Bonnerinnen und Bonner ist es nur schwer zu vermitteln, dass Millionenbeträge für die Subventionierung der Bonner Oper und die Sanierung der Beethovenhalle bereitgestellt werden und gleichzeitig Eltern monatlich mehrere hundert Euro für die Betreuung ihrer Kinder in Kitas aufwenden müssen“, kommentiert Sebastian Kelm, Stellvertretender Fraktionsvorsitzender der Sozialliberalen im Rat der Stadt Bonn. „Die Stadt muss mehr dafür tun, die hart arbeitenden Familienväter und -mütter zu entlasten. Das Beispiel Rheinland-Pfalz zeigt, dass dies möglich ist, wenn die Verantwortlichen die richtigen Prioritäten setzen“, so Kelm weiter.

Es gibt zahlreiche Gründe, seine Kinder frühzeitig in eine Kindertageseinrichtung zu geben. Zunächst einmal, weil der Kindergarten gut für das Kindeswohl und die frühkindliche Entwicklung ist. Kindergärten sind nicht nur Orte, an denen durch pädagogisch gute Angebote Neugier und Wissensdrang gefördert werden, sondern auch Defizite, beispielsweise in der sprachlichen Entwicklung, ausgeglichen werden. Darüber hinaus bieten Kitas Kindern die Möglichkeit, ihren Erfahrungsraum über das Interaktionssystem der Familie hinaus zu erweitern und das Potenzial weiterer Lernwelten oder andere Lebenswelten zu nutzen.

Die Betreuung in Kindertagesstätten ist aber nicht nur gut für die Kinder, sondern vereinfacht auch das Leben vieler Eltern. In Zeiten, in denen oftmals beide Elternteile berufstätig sind und aufgrund des knapp bemessenen Familienbudgets auch sein müssen, sorgen Kindergärten für eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Trotz alledem sind Kita-Gebühren für viele Familien nach wie vor ein wesentlicher Ausgabenfaktor.

Die Sozialliberalen fordern, in den letzten drei Jahren vor der Einschulung eines Kindes, keine Kita-Gebühren zu erheben. Bislang ist im Kinderbildungsgesetz NRW lediglich festgelegt, dass das letzte Kindergartenjahr beitragsfrei ist. Zwar hat die Landesregierung NRW bereits erkannt, dass eine Notwendigkeit besteht, Familien in diesem Bereich weiter zu entlasten, gesetzlich geregelt ist dies bislang jedoch noch nicht. Die Kommunen können lediglich auf freiwilliger Basis für mehr als ein Jahr auf die Erhebung von Kita-Gebühren verzichten, in der Praxis zeigt sich jedoch, dass nur wenige Kommunen angesichts der oftmals angespannten Haushaltslage bereit sind, hierfür weitere finanzielle Mittel bereitzustellen.

Die Abschaffung von Kita-Gebühren in den letzten drei Kindergartenjahren, von der in Bonn rund 9.300 Kinder und deren Familien profitieren würden, wäre ein Schritt zu einem sozialeren und kinderfreundlicheren Bonn. Zugleich könnte die Bundesstadt in Sachen Kinderbetreuung eine Vorreiterrolle in Nordrhein-Westfalen einnehmen. Andere Bundesländer, wie beispielsweise Rheinland-Pfalz, sind indes schon weiter. Dort sind bereits heute die letzten drei Kindergartenjahre beitragsfrei.

http://www2.bonn.de/bo_ris/daten/o/pdf/17/1711287.pdf

Beitragsfreie Kitas – Eine Chance für Bonn