Businessplan zum Festspielhaus enthält versteckte Risiken

Die Piraten im Bonner Stadtrat fühlen sich in weiten Teilen in ihren Befürchtungen bestätigt. Das Prüfgutachten der Münchner Actori zum Bonner Festspielhausprojekt, welches am vergangenen Donnerstag im Ratssaal vorgestellt wurde, spricht von deutlichen Risiken für die Finanzierung des ambitionierten Festspielhausprojektes.

Felix Kopinski: „Bereits nach der Vorstellung des Businessplanes am 20. Februar hatten wir auf zahlreiche versteckte Risiken in der doch recht optimistischen Kalkulation hingewiesen.

Zum Beispiel benannten wir die zu dünne Personaldecke oder fehlende Instandsetzungs- bzw. Anpassungskosten nach der Eröffnung. Der Vergleich von Bonn mit Städten in einer Liga, in die Bonn erst noch aufsteigen müsste, deren Einnahmen-Niveau aber schon vom ersten Tag an voll zur Finanzierung beitragen soll, wird in dem Gutachten ebenfalls bemängelt.

„Wir halten das gesamte Festspielhausprojekt für einen wilden Ritt in den Nebel.“, so Felix Kopinski, Stadtverordneter der Bonner Piraten. „Von allen Seiten wird dieses Projekt schöngeredet und Risiken klein gerechnet. Die Gutachter sagen, dass es am Ende es auf einen Fehlbetrag von 2,3 bis 5 Millionen pro Jahr hinauslaufen wird. Bis auf die Beurteilung des zu erwartenden Stiftungskapitals stimmen unsere Kritikpunkte alle mit denen des Prüfgutachtens überein.“

Kopinski weist auf weitere Punkte hin, die vom Prüfgutachten benannt werden:
  • Beim Festspielhaus-Businessplan fehlt die Herleitung der Potentialanalyse
  • Festspielhaus produziert im Worst Case 5 Millionen Euro Kosten zusätzlich pro Jahr
  • Festspielhaus-Businessplan rechnet mit zu niedrigen Instandhaltungskosten
  • Festspielhaus-Businessplan geht von optimalen Sponsoringbedingungen aus
  • Festspielhaus-Businessplan geht beim Marketingbudget von einem bereits weltweit bekannten Haus aus, trifft auf neues FSH nicht zu
  • Festspielhaus-Businessplan rechnet mit zu optimistischen Ticket-Erlösen
  • Jährlicher Fehlbetrag des Festspielhaus-Businessplans liegt bei 2,3 Mio Euro
  • „Wenn ein Festspielhaus ohne Zuschüsse betrieben werden könnte, gäbe es mehr davon.“
  • Festspielhaus Bonn will nahezu einziger Festivalveranstalter weltweit ohne Zuschüsse sein
  • Festspielhaus-Businessplan kalkuliert mit zu niedrigen Personalkosten
  • Festspielhaus-Businessplan geht von extrem hoher Auslastung aus
  • Festspielhaus-Businessplan vergisst Inflation
  • Festspielhaus-Businessplan vergleicht Bonn mit Städten, die nicht mit Bonn verglichen werden können
  • Festspielhaus-Businessplan sollte Gewerbesteuer-Mindereinnamen nicht verschweigen
Befürchtungen bestätigt
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