Heatmap Assoziationen Stadt Bonn

Ludwig van Beethoven, Beethovens Geburtshaus, Beethoven-Stadt Bonn: Der Name in Beethoven ist in Bonn allgegenwärtig. Einerseits eignet sich der Name Beethoven bestens dafür, Bonn in Deutschland und der Welt bekannter zu machen. Andererseits setzt die Stadt enorme finanzielle Mittel ein, ohne die die Beethovenhalle oder das Beethoven Orchester nicht überlebensfähig wären. Nun stellt sich natürlich die Frage, ob die investierten Millionen auch tatsächlich die gewünschten Effekte erzielen. Um zumindest einen ersten Eindruck zu dieser Frage zu erhalten, haben die Piraten eine repräsentative Umfrage in Auftrag gegeben, die einige überraschende Einsichten gewährt.

Uns fällt bei unserer Arbeit im Rat der Stadt Bonn immer wieder auf, wie selten den Entscheidungen der Verwaltung wirklich belastbare Konzepte und Zahlen zugrunde liegen. Insbesondere bei den Planungen zum Beethoven-Jubiläum 2020, für das die Stadt Bonn mehrere Millionen Euro investieren will, liegt keinerlei belastbare Marktforschung vor. Die letzten Umfragen stammen aus dem Jahr 2006“, erklärt Felix Kopinski, Stadtverordneter der Piraten im Rat der Stadt Bonn. „Diesem Malus wollen wir mit der Image-Umfrage zumindest ansatzweise entgegenwirken. Besonders interessiert uns die Entwicklung der nächsten Jahre und die Beantwortung der Frage, ob die Kulturförderung der Stadt einen nennenswerten Effekt zeigt. Daher werden wir die Umfrage mindestens bis 2020 jährlich wiederholen. Wir laden die anderen im Stadtrat vertretenen Fraktionen ein, sich an den Kosten der Umfragen zu beteiligen, um den Fragenkatalog dadurch ausweiten zu können“, so Kopinski weiter.

Ludwig van Beethoven, Beethovens Geburtshaus, Beethoven Orchester, Beethoven-Fest, Beethovenhalle und Beethoven-Gymnasium. An dieser kleinen Zusammenstellung kann man erkennen, dass der Name Beethoven in der Beethoven-Stadt Bonn allgegenwärtig ist.

Einerseits ist es natürlich einleuchtend, dass die Stadt den Namen des wohl berühmtesten Sohnes der Stadt nutzt, um die Bundesstadt in Deutschland und der Welt bekannter zu machen und gleichzeitig für das bevorstehende Beethoven-Jubiläumsjahr 2020 zu werben. Andererseits muss man jedoch hinterfragen, ob es tatsächlich sinnvoll ist, die Marketingaktivitäten der Stadt so einseitig auf den Namen Beethoven zu konzentrieren. Zudem stellt sich natürlich die Frage, ob die Anstrengungen auch tatsächlich die gewünschten Werbeeffekte erzielen.

Denn die Stadt setzt enorme finanzielle Mittel ein, ohne die das Beethoven Orchester, das Beethovenhaus oder die Beethovenhalle gar nicht überlebensfähig wären. Die Bonner Piraten haben bei der Stadt bereits angefragt, wie hoch die Kosten für die Pflege der Marke Beethoven jährlich sind (DS-Nr.: 1610417), leider konnte uns die Verwaltung zu dieser Frage keine genaue Auskunft erteilen. Laut dem Haushaltsentwurf der Stadt Bonn für 2017 sind jedoch erhebliche Beträge für Einrichtungen und Aktivitäten vorgesehen, die den Namen Beethoven tragen: 8,77 Mio. Euro für das Beethoven Orchester, 7,58 Mio. Euro für die Beethovenhalle (1), 2,41 Mio. Euro für die Pflege der Marke Beethoven (unter anderem 1,6 Mio. Euro für die Beethovenfeste GmbH, 305.000 Euro für das Beethovenhaus und 13.000 Euro für die Beethovenstiftung) sowie 759.000 Euro für das Beethoven-Jubiläum 2020.

Um zumindest einen ersten Anhaltspunkt zu bekommen, ob die ganzen Aktivitäten tatsächlich dazu beitragen, Bonn als Beethoven-Stadt in Deutschland bekannter zu machen, haben die Piraten eine repräsentative Umfrage in Auftrag gegeben, bei der mehr als 1000 Personen teilgenommen haben. In der Umfrage sollte lediglich die Frage beantwortet werden, was die Befragten mit der Stadt Bonn verbinden bzw. woran sie im Zusammenhang mit der Stadt Bonn denken.

Es ist keine wirkliche Überraschung, dass Bonn immer noch sehr stark mit Politik (68,5 %) bzw. mit seiner Historie als ehemaliger Regierungssitz und den ehemals ansässigen Institutionen (64,1 %) in Verbindung gebracht wird. Mit weitem Abstand folgen die Themengebiete Geographie/allgemeiner Beurteilung als Stadt (8,5 %), Kultur und öffentliche Einrichtungen (7,0 %), Politikerinnen und Politiker (6,7 %) und internationale Organisationen (0,7 %).

In der Unterkategorie Kultur belegt Beethoven bzw. Bonn als Beethovens Geburtsstadt mit 3,0 % den ersten Platz, gefolgt von der Universität (2,5 %) und Museen (1,3 %). Dabei ist jedoch zu beachten, dass Beethoven bei den über 60-Jährigen mit 6,6 % der Nennungen mehr als doppelt so hoch liegt wie in allen anderen Altersgruppen. Bei den 14 bis 29-Jährigen spielt der Name Beethoven mit lediglich 0,4 % der Nennungen fast überhaupt keine Rolle mehr.

Um festzustellen, ob die eingesetzten Mittel tatsächlich die gewünschte Wirkung erzielen, müsste die Stadt zuerst einmal feststellen, welche Beträge direkt oder indirekt für Aktivitäten ausgegeben werden, die mit dem Namen Beethoven zusammenhängen. Anschließend müsste eine Kosten-Nutzen-Analyse durchgeführt werden, um die erzielten Effekte in Relation mit den eingesetzten Mitteln setzen zu können.

Die Piraten hinterfragen die einseitige Fokussierung auf Beethoven bei der Marketingaktivitäten der Stadt und fordern, die Wirkung der eingesetzten Mittel anhand einer Kosten-Nutzen-Analyse zu überprüfen.

(1) Im Haushaltsplan wird die Beethovenhalle in der gleichen Produktgruppe wie das Kongresszentrum aufgeführt. Deswegen können die genauen Kosten und Erträge der Beethovenhalle an dieser Stelle nicht genau beziffert werden.

Ergebnisse Umfrage Assoziationen Stadt Bonn

Visualisierung Assoziationen Stadt Bonn

Heatmap Assoziationen Stadt Bonn

Beethoven-Stadt Bonn? – Was Deutschland tatsächlich über Bonn denkt!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.