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Die Sanierung der Beethovenhalle verzögert sich erheblich. Aufgrund eines massiven Sanierungsbedarfs des Untergrundes sollen die Bauarbeiten allerfrühestens im Mai 2020 abgeschlossen werden. Damit ist klar, dass das Beethovenfest 2020 nicht in der Beethovenhalle stattfinden wird. Die Sozialliberalen haben das Projekt von Beginn an abgelehnt, weil der Zeitplan unrealistisch und die veranschlagten Kosten zu niedrig kalkuliert waren. Das Vorhaben muss sofort gestoppt und auf den Prüfstand gestellt werden.

Die Verwaltung hat die Fraktionen heute in einer kurzfristig einberufenen Krisensitzung darüber informiert, dass sich Sanierung der Beethovenhalle bis mindestens Mai 2020 hinziehen wird. Der Grund hierfür ist nach städtischen Angaben, dass erst kürzlich Probleme bei der Sanierung des Fundaments festgestellt worden sind, die auf Altlasten im Untergrund zurückzuführen sind. Ferner kann der Kampfmittelräumdienst nicht garantieren, dass das Areal unter der Halle frei von Kampfmitteln ist.

„Besondere Sorge bereitet mir, dass nun der Kulturdezernent und der Opernintendant einen Plan B entwickeln wollen“, so Felix Kopinski, Fraktionsvorsitzender der Sozialliberalen. „Kostenbewusstsein war von dieser Seite noch nie erkennbar“, so Kopinski weiter.

Bislang wurden zwar bereits Aufträge in Höhe von rund 50 Millionen Euro vergeben, angesichts der Verzögerung und den zu erwartenden weiteren massiven Kostensteigerungen fordern die Sozialliberalen, nun die Notbremse zu ziehen. „Wir haben die Sanierung der Beethovenhalle von Anfang an abgelehnt, weil der Zeitplan unrealistisch und die Baukosten von vornherein viel zu niedrig kalkuliert waren!“, so Sebastian Kelm, stellvertretender Fraktionsvorsitzender der Sozialliberalen.

„Der Rat muss sich jetzt erneut mit dem gesamten Themenkomplex ‚Beethovenhalle‘ befassen“, so Kelm weiter. Leider ist die Beethovenhalle nicht das erste Großprojekt, mit dem die Stadt offensichtlich überfordert ist. Gleichzeitig bekommen andere wichtige städtische Aufgaben nicht die Aufmerksamkeit, die sie verdienen. Insofern muss die Verwaltung neue Prioritäten setzen, was gleichzeitig auch bedeutet, dass das Vorhaben zumindest in dieser Form gescheitert ist.

„Anstelle der Sanierung von Prestigebauten sollte das Hauptaugenmerk auf der Modernisierung von maroden Schulen, Kindergärten und Sportanlagen liegen. Wir müssen endlich Schluss machen mit der Subventionierung der Hochkultur in Millionenhöhe“, so Kelm weiter.

Beethoven 2020 ohne Beethovenhalle – Nächstes Großprojekt in Bonn fährt vor die Wand!